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Informationen zum Thema Implantologie
  • Sofortbelastung von Zahnimplantaten

Eine Sofortbelastung der Implantate ist in Ausnahmefällen möglich

Voraussetzung für einen langfristigen und dauerhaften Erfolg von Implantaten ist die sichere Einheilung und Osseointegration des Implantates. Diese erfolgt durch die knöcherne Verankerung des Implantates mit dem Knochen. Für diese feste Verbindung braucht der Knochen mehrere Monate. Während dieser Zeit soll das Implantat nicht belastet und vor Bewegungen geschützt werden. Die zu starke Belastung eines Implantates während der Einheilphase führt in der Regel zu Problemen bis hin zum Implantatverlust.

Sofortbelastung - Grenzgebiet der Implantologie

Die Sofortbelastung der Implantate oder Belastungskonzepte innerhalb weniger Stunden sind nur in Ausnahmefällen bei besonderer Planung möglich. Die Indikation für eine Sofortbelastung ist stark eingegrenzt, da der langfristige Erfolg einer Implanatbehandlung nicht durch eine zu frühe Belastung gefährdet werden darf. Für den zahnlosen Unterkiefer gibt es Versorgungsvarianten, die eine sofortige volle Belastung ermöglichen. In diesem Fall werden die Implantate miteinander verblockt. Bei der Sofortbelastung gelangt die volle Kaubelastung auf das Implantat. Dies ist möglich, wenn mehrere Implantate gesetzt und zum Beispiel mit einem Steg verblockt werden oder der Zahnersatz aus einer fest miteinander verblockten Konstruktion gefertigt wurde.

Bei Einzelzahnimplantaten kann keine Verblockung mit anderen Implantaten erfolgen. Hier ist es besonders wichtig, dass es zu keiner unkontrollierten Belastung des Implantates kommt. In der Einheilphase müssen jeder Zahnkontakt mit dem Gegenkiefer und Kaubelastungen ausgeschlossen werden. Besteht die Gefahr, dass zufällig hart auf das einzel stehende Implantat gebissen wird, kann dies im schlimmsten Fall zu Implantatverlust führen.

Eine Sofortbelastung bedeutet nach der Leitlinie der deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) und der DGZMK, dass die provisorische oder definitive Versorgung der Implantate innerhalb der ersten 24 Stunden erfolgt.

Temporäre Implantate

Eine weitere Variante sind temporäre Implantate. Diese werden zwischen die endgültigen Implantate gesetzt und tragen während der Einheilung ein Provisorium. Bei der Eingliederung der neuen Zähne werden diese Hilfsimplantate entfernt. In augmentierten Bereichen schützen diese temporären Implantate ebenfalls vor ungewollter Belastung.

Bei der Entscheidung für eine Sofortbelastung spielen Qualität und Quantität des Knochenangebotes und die Anzahl der Implantate sowie ihre Verblockung bzw. Verbindung untereinander eine besondere Rolle. Ein weiterer Hinweis ist die zu erzielende Primärstabilität des Implantates sofort nach dem Setzen. Die Primärstabilität ergibt sich aus dem mechanischen Knochenkontakt nach Insertion des Implantates. Eine sicher mechanische Stabilität durch das Gewinde des Implantates verhindert dessen Bewegungen. Diese Primärstabilität lässt sich jedoch erst nach dem Setzen des Implantates feststellen. Einen Hinweis auf die Primärstabilität gibt das für das Eindrehen des Implantates notwendige Drehmoment.

Sofortversorgung

Bei der Sofortversorgung wird sofort nach der Implantation ein provisorischer Zahnersatz auf dem Implantat fixiert, der nach einer individuell festgelegten Einheilzeit gegen den endgültigen Zahnersatz ausgetauscht wird. Die Implantate heilen unter normaler Kaufunktion ein. Durch die Formgebung der provisorischen Krone wird erreicht, dass diese beim Kauen nicht oder nur kaum belastet wird. Auch bei der Sofortversorgung sind die Qualität und Quantität des Knochenangebotes und Primärstabilität von entscheidender Bedeutung. Die Primärstabilität stellt ein wichtiges Kriterium dar, ob ein Sofortversorgungskonzept mit guter Prognose realisiert werden kann.

Neue Möglichkeiten einer Sofortversorgung gibt ein Konzept mit geneigt gesetzten Implantaten. Bei dieser Technik der Insertion werden die hinteren (posterioren) Implantate mit einer Neigung bis zu 35° gesetzt. Speziell für diese Implantate entwickelte, besonders abgewinkelte Aufbauten ermöglichen eine Fixierung des Zahnersatzes auf nur 4 Implantaten. Die spezielle Beschaffenheit der Implantate (niedriges Profil, unterschiedliche Winkelungen) und Aufbauten ermöglichen eine sofortige Belastung mit Zahnersatz. Das Konzept ist für eine Sofortversorgung des zahnlosen Ober- bzw. Unterkiefers geeignet. Die Erfolgs- und Überlebensrate der mit einer solchen Neigung inserierten Implantate soll mit denen vergleichbar sein, die auf konventionelle Art inseriert wurden.

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