
Implantatform
Die heutzutage verwendeten Implantate haben in den meisten Fällen die Form einer Schraube, seltener die eines Zylinders. In Deutschland haben sich schraubenförmige Implantattypen durchgesetzt. Form, Länge und Durchmesser eines Implantates variieren je nach geplantem Einsatz und der klinischen Situation des Patienten.
Das biomechanische Verhalten von oralen Implantaten wird durch deren Form, Größe sowie die Lastverteilung auf die Grenzschicht zwischen Implantatoberfläche und das umgebende Knochengewebe bestimmt. Für eine langfristige Verankerung der Implantate und eine ausgewogene Kräfteverteilung müssen Implantate unterschiedliche Längen und Durchmesser aufweisen.
Die einzelnen Implantatdurchmesser verschiedener Hersteller variieren und liegen zwischen 3,3 mm bis 5 mm, Standardlängen 8 mm, 10 mm, 12 mm, 14 mm und 15 mm. Die Art des geplanten Zahnersatzes, Knochenangebot bzw. skelettale Besonderheiten bestimmen die Länge und Durchmesser sowie Anzahl und Posizionierung/Verteilung der Implantate. Für eine ausreichende Verankerungstiefe im ortsständigen Knochen reichen in der Regel ca. 10 mm bis 15 mm lange Implantate. Bei günstigem Knochenangebot (Knochenmorphologie und Knochendichte) können wenn die Indikationsstellung es verlangt, auch kürzere Implantate gesetzt werden. Grundsätzlich gilt: Die maximal mögliche Implantatlänge sollte ausgenutzt werden.
Enossale Implantate
Mit direkter Verankerung im Knochen = Osseointegration. Unter dieser versteht man nach Prof. Per Ingvar Branemark den direkten, funktionellen und strukturellen Verbund zwischen dem organischen, lebenden Knochen und der Oberfläche des eingeheilten, belasteten Implantates. Die Osseointegration ist gebunden an ein ausreichend dimensioniertes und regelrecht strukturiertes knöchernes Lagergewebe, an die Entzündungsfreiheit des periimplantären Weichgewebes und eine adäquate kaufunktionelle Belastung des Implantates.
Je nach Mundsituation und gewähltem Operationsverfahren stehen verschiedene Implantaformen und -systeme zur Verfügung.
Implantatformen
- Blattimplantate
- Nadelimplantate
Wegen der positiven biomechanischen Eigenschaften einer Schraube bzw. eines Zylinders werden heutzutage die folgenden Implantatformen (Wurzelförmige Implantate) bevorzugt.
- Zylinderimplantate (ohne Gewinde, Primärstabilität durch Presspassung)
- stufenförmige Implantate (als Zylinderimplantat oder als Schraubenimplantat)
- konische Implantate (als Schraubenimplantate oder als Stufenzylinderimplantate)
- Schraubenimplantate (mit selbstschneidendem Gewinde oder mit vorzuschneidendem Gewinde, gute Primärstabilität durch das Gewinde)
Implantatsysteme
- Implantate zur einzeitigen, transgingivalen Heilung Es werden einteilige Implantate eingelagert gesetzt, die durch die Schleimhaut/das Zahnfleisch ragen
- Implantate für die subgingivale Implantation Für die subgingivale Implantation werden zweiteilige Implantate eingesetzt. Die Implantate heilen von der Schleimhaut gedeckt ein. Nach der Einheilung werden die Implantatköpfe in einem Zweiteingriff freigelegt. Sie werden mit so genannten Distanzhülsen verlängert, die durch die Schleimhaut ragen. Auf den Distanzhülsen erfolgt die prothetische Versorgung.
- Spezielle Implantatdesigns für die Sofort- und Frühimplantation
- Interimsimplantate für temporäre (auf die Einheilungszeit begrenzte Dauer) Einsätze
Konstruktionsprinzip eines Implantates:
-
Implantatkörper (enossaler Teil) - Aufbauteil / Distanzhülse (auch Abutment, Sekundärteil genannt)
Verbindung zwischen dem Implantatkörper und der Suprakonstruktion - Suprakonstruktion (Implantatkrone/ Aufbau)
Suprakonstruktionen auf Implantaten können festsitzend sein, z. B. Einzelkronen oder Brücken, oder bedingt herausnehmbar gestaltet werden, z. B. steggelagerte Totalprothesen.
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